Vom Kriegskind zur Stipendiatin: Alaa Koussa – ein Talent im Land

Am vergangenen Freitag fand in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz ein ganz besonderes Ereignis statt: Der Jubiläumsfestakt „20 Jahre Talent im Land – Bayern“, bei dem Anna Stolz, die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, feierlich den Stipendiaten-Jahrgang 2024 aufnahm. Unter den diesjährigen Stipendiaten ist auch eine Schülerin unserer Schule:Alaa Koussa.Alaa Koussa wurde in Syrien geboren und verbrachte ihre Kindheit in Aleppo. Sie erinnert sich noch gut an den kleinen Laden in ihrer Nachbarschaft, in dem Kinder Waren einfach aufschreiben konnten – bezahlt hat später der Papa. Mit Ausbruch des Bürgerkriegs veränderte sich ihr Leben grundlegend: Bombardierungen und Schießereien zwangen die Familie zur Flucht. Sie zogen in eine Wohnung im Krankenhaus, in dem beide Eltern arbeiteten. Doch auch dort war es nicht mehr sicher, und schließlich entschlossen sie sich zur Flucht aus Syrien.Der erste Versuch, gemeinsam mit ihrer Schwester über die Berge in die Türkei zu kommen, scheiterte – beide wurden von türkischen Soldaten festgenommen und von den Eltern getrennt. „Wir hatten große Angst, was mit uns passieren würde“, erinnert sich Alaa. Doch sie hatte Glück: In der Unterkunft trafen sie auf eine Frau, die sich rührend um sie kümmerte. Im zweiten Anlauf gelang die Flucht. In der Türkei musste sich Alaa erneut an eine neue Umgebung anpassen, lernte Türkisch und wartete, bis im Rahmen des Familiennachzugs schließlich die Reise nach Deutschland möglich wurde, wo ihr Bruder bereits lebte.Im Jahr 2018, im Alter von gerade einmal 11 Jahren, erreichte sie Deutschland und startete – mit kaum vorhandenen Deutschkenntnissen – in ihr neues Leben. Nach all diesen Erfahrungen stand für Alaa fest: Ich werde meine Chancen nutzen! Schnell lernte sie Deutsch, engagierte sich in der Schule und entwickelte den Wunsch, später einmal Anwältin zu werden. Derzeit steht sie kurz vor ihrem Realschulabschluss, danach will sie die FOS besuchen. Dass Alaa nun ins Stipendienprogramm „Talent im Land – Bayern“ aufgenommen wurde, ist eine besondere Auszeichnung für ihre herausragenden schulischen Leistungen und ihren persönlichen Einsatz.DasStipendienprogramm „Talent im Land – Bayern“setzt sich seit 2005 dafür ein, begabte und engagierte Jugendliche zu fördern, deren Bildungslaufbahn durch soziale oder wirtschaftliche Hürden erschwert wird. Neben der finanziellen Förderung liegen die Schwerpunkte auf individuellen Beratungen und einem umfangreichen Seminar- und Workshopangebot. Darüber hinaus profitieren Stipendiaten von einem Netzwerk ehemaliger Stipendiaten.Alaa möchte die Angebote des Stipendiums nutzen, um noch besser in der deutschen Sprache zu werden und sich persönlich weiterzuentwickeln. In Deutschland fühlt sich Alaa heute zu Hause, auch wenn die Erinnerungen an ihre Heimat sie nicht loslassen. „Ein Leben in Syrien kann ich mir nicht mehr vorstellen“, sagt sie, „zu viele Menschen dort sind durch den Krieg traumatisiert. Aber ich würde später gern einmal als Touristin in ein friedliches Syrien reisen.“Übrigens: Ihren Name spricht man eigentlich „Älää“ mit Betonung auf der zweiten Silbe aus. Um es ihren Mitschülerinnen aber leichter zu machen, stellt sie sich meistens so vor, wie man sie schreibt: Alaa.
Am vergangenen Freitag fand in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz ein ganz besonderes Ereignis statt: Der Jubiläumsfestakt „20 Jahre Talent im Land – Bayern“, bei dem Anna Stolz, die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, feierlich den Stipendiaten-Jahrgang 2024 aufnahm. Unter den diesjährigen Stipendiaten ist auch eine Schülerin unserer Schule:Alaa Koussa.
Alaa Koussa wurde in Syrien geboren und verbrachte ihre Kindheit in Aleppo. Sie erinnert sich noch gut an den kleinen Laden in ihrer Nachbarschaft, in dem Kinder Waren einfach aufschreiben konnten – bezahlt hat später der Papa. Mit Ausbruch des Bürgerkriegs veränderte sich ihr Leben grundlegend: Bombardierungen und Schießereien zwangen die Familie zur Flucht. Sie zogen in eine Wohnung im Krankenhaus, in dem beide Eltern arbeiteten. Doch auch dort war es nicht mehr sicher, und schließlich entschlossen sie sich zur Flucht aus Syrien.
Der erste Versuch, gemeinsam mit ihrer Schwester über die Berge in die Türkei zu kommen, scheiterte – beide wurden von türkischen Soldaten festgenommen und von den Eltern getrennt. „Wir hatten große Angst, was mit uns passieren würde“, erinnert sich Alaa. Doch sie hatte Glück: In der Unterkunft trafen sie auf eine Frau, die sich rührend um sie kümmerte. Im zweiten Anlauf gelang die Flucht. In der Türkei musste sich Alaa erneut an eine neue Umgebung anpassen, lernte Türkisch und wartete, bis im Rahmen des Familiennachzugs schließlich die Reise nach Deutschland möglich wurde, wo ihr Bruder bereits lebte.
Im Jahr 2018, im Alter von gerade einmal 11 Jahren, erreichte sie Deutschland und startete – mit kaum vorhandenen Deutschkenntnissen – in ihr neues Leben. Nach all diesen Erfahrungen stand für Alaa fest: Ich werde meine Chancen nutzen! Schnell lernte sie Deutsch, engagierte sich in der Schule und entwickelte den Wunsch, später einmal Anwältin zu werden. Derzeit steht sie kurz vor ihrem Realschulabschluss, danach will sie die FOS besuchen. Dass Alaa nun ins Stipendienprogramm „Talent im Land – Bayern“ aufgenommen wurde, ist eine besondere Auszeichnung für ihre herausragenden schulischen Leistungen und ihren persönlichen Einsatz.
DasStipendienprogramm „Talent im Land – Bayern“setzt sich seit 2005 dafür ein, begabte und engagierte Jugendliche zu fördern, deren Bildungslaufbahn durch soziale oder wirtschaftliche Hürden erschwert wird. Neben der finanziellen Förderung liegen die Schwerpunkte auf individuellen Beratungen und einem umfangreichen Seminar- und Workshopangebot. Darüber hinaus profitieren Stipendiaten von einem Netzwerk ehemaliger Stipendiaten.
Alaa möchte die Angebote des Stipendiums nutzen, um noch besser in der deutschen Sprache zu werden und sich persönlich weiterzuentwickeln. In Deutschland fühlt sich Alaa heute zu Hause, auch wenn die Erinnerungen an ihre Heimat sie nicht loslassen. „Ein Leben in Syrien kann ich mir nicht mehr vorstellen“, sagt sie, „zu viele Menschen dort sind durch den Krieg traumatisiert. Aber ich würde später gern einmal als Touristin in ein friedliches Syrien reisen.“
Übrigens: Ihren Name spricht man eigentlich „Älää“ mit Betonung auf der zweiten Silbe aus. Um es ihren Mitschülerinnen aber leichter zu machen, stellt sie sich meistens so vor, wie man sie schreibt: Alaa.