Vom Expressionismus zur Gegenwart: Lyrische Friedensbotschaften aus der 10a

(Sf) In Zeiten, in denen uns Nachrichten über Konflikte und Kriege – sei es in der Ukraine oder im Iran – täglich erreichen, stellt sich auch im Klassenzimmer die Frage: Wie geht wir die junge Generation mit diesen bedrückenden Realitäten um?

Im Rahmen einer Unterrichtssequenz zum Thema „Expressionistische Lyrik“ in der zehnten Klasse hat sich die Klasse intensiv mit den Stimmen jener Dichter auseinandergesetzt, die bereits vor über hundert Jahren die Schrecken, aber auch die Faszination  des Kriegs in ihre Worte bannten. Inspiriert durch die expressionistische Kriegslyrik entstand bei den Schülerinnen ein starkes Bedürfnis, dieser Welt der Zerstörung eine eigene Perspektive entgegenzusetzen: Texte, die den Frieden in den Fokus rücken.

Unter der Leitung von Annika Lang sind dabei Gedichte entstanden, die zeigen, wie sich unsere Schülerinnen mit der Sehnsucht nach einer friedlicheren Welt auseinandersetzen.

Zwei dieser Texte möchten wir an dieser Stelle veröffentlichen, um ein Zeichen der Hoffnung in den Alltag zu tragen:

Veronika Staude: Der Frieden

Wie eine zarte, schwache Blume,
was der Krieg auch immer tue,
sie kommt zurück.

Leid das Leiden
wächst sie plötzlich
und ist da.

Einmal gesät steht sie,
mal lang, mal kurz,
bis ein neues, dunkles Heer
erwacht und sie zerreißt.

Doch die Wurzeln bleiben lange,
sie wächst sogar am steilsten Hange
und ist es erneut Zeit auszutreiben,
wird sie vielleicht für immer bleiben.

 Auf sie hoffen
in den schlimmen Tagen,
sie pflegen in den guten.

Sollte sie je eingehen,
wird sie trotzdem neu sprießen.

Alina Anglsperger: Friede

Wenn Hoffnung keimt, wie zartes Gut

Sich Menschen wieder vertraun, wächst stiller Mut.
Wenn Streit und Lärm verstummt
So bleibt der Friede nicht vermummt.

Wenn Menschens Blicke Verständnis suchen
Und Erkenntnis in ihren Augen steht.
Wenn das Chaos endlich geht
Und so nach langem Frieden entsteht.

Denn Friede beginnt mit dir und mir
Nicht irgendwann, sondern jetzt und hier.
So nehmt eure Fehler hin
Und lasst den Friede beginn’n.