Präventionskonzept

Seit Januar 2015 verfügt die Schule über ein detailliert ausgearbeitetes Präventionskonzept zu sexualisierter Gewalt und Intervention im Verdachtsfall.
Das Konzept beinhaltet die schulinterne Organisationsstruktur, präventive Maßnahmen sowie einen Leitfaden für die Intervention im konkreten Verdachtsfall.

Informationen zur Organisationsstruktur

Ansprechpartner:

Unsere Schule verfügt über eine Präventionsbeauftragte und ein Präventionsteam, die Ansprechpartner sowohl für Schülerinnen, Eltern und Kollegen/innen sind.

Sie organisieren die Prävention und sind geschulte Ansprechpartner im Falle von Intervention. Ihre Aufgaben sind im Konzept genau festgelegt.

Präventionsbeauftragte:
Veronika Schachtner (Leitung des Teams)

Präventionsteam:
Susanne Hillmeyer, Silke Ioannou, Magdalena Kania, Theresa Schweiger

Im Rahmen des Präventionskonzeptes wurde ein Verhaltenskodex für alle Lehrkräfte und Mitarbeiter/innen der Schule festgelegt.

Möglichkeiten und Gestaltung schulischer Prävention

Stärkung der Schülerpersönlichkeit

Die Mädchen sollen im Lebensraum Schule in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden und wissen/erleben, dass sie einmalig und wertvoll sind, unabhängig von ihren schulischen Leistungen.

Die Erwachsenen sind gefordert, sie in ihrer jeweiligen Eigenheit, ihrem Eigen-Sinn und ihrer Selbstbestimmtheit ernst zu nehmen, sich an ihren individuellen Ressourcen zu orientieren.

Diese Form des Wahrgenommenseins und des Umgangs fördert ein gutes Selbstwertgefühl und ermöglicht den Heranwachsenden, sich ihrer eigenen Gefühle bewusst zu werden und sie benennen zu können.

In präventiver Erziehungshaltung können Lehrkräfte klare Grenzen setzen, konstruktiv Kritik äußern und den Schülerinnen dabei helfen, eine gute Selbstwahrnehmung zu entwickeln.

Offene Gesprächskultur

Sie ermöglicht freie Meinungsäußerung, schafft Beziehung und Vertrauen zwischen allen Beteiligten, lässt Kritik zu. Auch Autoritäten dürfen hinterfragt werden.

Sie impliziert die Selbstverständlichkeit, sich Unterstützung zu suchen, wenn man etwas nicht alleine schafft. Das gilt für alle Bereiche, z.B. fachliche Fragen, Probleme, Konflikte, Mobbing. Heranwachsende sollen lernen, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn sie sich Hilfe holen, sondern dass dies vielmehr mutig und klug ist.

So erleben Schülerinnen ein Umfeld, in dem sie bei sexuellem Missbrauch einen Weg finden können, sich einer Person ihres Vertrauens mitzuteilen.

Des Weiteren ist es nötig, dass Kinder und Jugendliche zwischen guten und schlechten Geheimnissen unterscheiden lernen und erkennen, dass aufgezwungene Geheimnisse oder Geheimnisse, die ihnen ein ungutes Gefühl geben, weitergesagt werden dürfen.

Respektvoller Umgang

Zu den Leitzielen unserer Schule gehört der respektvolle Umgang miteinander von allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft.

Das betrifft genauso den verbalen wie nonverbalen oder körperlichen Bereich. Die pädagogischen Fachkräfte verfügen über eine angemessene Sprachfähigkeit, auch bei Konflikten, kennen ihre nonverbalen Ausdrucksformen und achten auf ein klares Nähe-Distanz Verhältnis.

Sie nehmen deutlich ablehnende Standpunkte in Bezug auf sexistische Verhaltensweisen und Sprüche ein.

Reflexion der persönlichen Erziehungshaltung der Lehrkraft

Arbeit im präventiven Bereich beinhaltet die Reflexion der persönlichen Erziehungshaltung der Lehrkraft gegenüber den Schülern allgemein sowie im individuellen Kontext.

Präventives Handeln setzt persönliche Qualifizierung voraus, das heißt eine Selbstreflexion der eigenen Geschlechts– und Berufsrolle. Pädagogisch Handelnde machen sich bewusst, welche Berührungspunkte sie selbst mit dem Thema haben, wo Unsicherheiten, Sorgen und Ängste liegen.

So kann die inhaltliche Arbeit mit den Mädchen in den pädagogischen Alltag frei und unvoreingenommen einfließen.

Ausgewählte Unterrichtsbeispiele

Prävention kann in jeder konkreten Unterrichtssituation durch eine präventive Erziehungshaltung des Pädagogen stattfinden.
Einzelne Bausteine lassen sich im Fachunterricht in gezielten Gruppenaktivitäten, Rollenspielen und Unterrichtseinheiten umsetzen, wobei ganzheitliches Lernen, Wechsel der Methoden sowie Eigenaktivität der Schüler förderlich sind.

Im Deutschunterricht:

  • Über Gefühle lesen, schreiben, sprechen mit dem Ziel, geeigneten Wortschatz zur Verfügung zu haben, um über seine Befindlichkeit, seine Situation sprechen zu können.
  • Thematisch passende Texte besprechen
  • Rollenspiele

Im Kunstunterricht:

  • Förderung der bildnerischen Ausdrucksfähigkeit
  • Malen von Gefühlen
  • Förderung von Wahrnehmung und Beobachtung

Im Religionsunterricht:

  • Werteorientierte Auseinandersetzung mit den Themen Liebe, Sexualität
  • Auswahl an Themen, die den Schülerinnen eine praktische, lebensnahe Orientierung bieten

Im Sportunterricht:

  • Bewusste Förderung eines positiven Körpergefühls
  • Selbstverteidigungstechniken

Im Biologieunterricht:

  • Gesundheitserziehung
  • altersgemäße Sexualerziehung (mein Körper, meine Sinne)
  • Thematisierung von Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt

Im IT Unterricht:

  • Umgang mit Bildmaterial im Internet
  • Sexting

Präventive Arbeit außerhalb des Unterrichts

Fächerübergreifende Projekte

Projekte wie „Jugend debattiert“, Gründungsspiel, Kleinkunstabende, Theater– und Musicalaufführungen, musikalische Veranstaltungen wie Weihnachts-/Frühjahrskonzerte bieten hervorragende Möglichkeiten, die Schülerpersönlichkeit zu fördern, rollenspezifisches Verhalten zu vermeiden, die Identifikation der Heranwachsenden mit der Schule zu stärken und gute Kontakte zu schaffen.

Projektthema zu einem ausgewählten Thema

Projekttage ermöglichen die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema.
Beispielweise wurde ein Projekttag zu „Neuen Medien“ mit verschiedenen externen Referenten durchgeführt. Wichtige Themen wie das eigene Profil in sozialen Netzwerken, sicheres Chatten, Umgang mit Bildmaterial, Sexting wurden intensiv erörtert. Ziel war die Erziehung zu achtsamem Umgang mit dem Internet und allen damit verbundenen Risiken.

Schulpastorale Veranstaltungen

Ein besonderes Angebot der Schule stellen die zahlreichen zwei – und mehrtägigen schulpastoralen Veranstaltungen am Wochenende bzw. in den Ferien dar. Dazu gehören:

  • Kinderbibeltage für die 5. und 6.Jahrgangsstufe
  • Religiöses Mädchenwochenende für die 7. und 8.Jahrgangsstufe
  • Religiöses Mädchenwochenende für Schülerinnen der 9./10.Klassen

Alle Projekte bieten den Schülerinnen die Möglichkeit der (Werte-) Orientierung, des Gemeinschaftserlebnisses, der Selbst- und Gruppenerfahrung.

Ora-et-labora Tage für alle 10. Klassen:
Dabei beschäftigen sich die Schülerinnen gezielt mit Strategien zur Vorbereitung der Abschlussprüfung in Mathematik, mit Übungen sowie der Wiederholung wichtiger Stoffgebiete in Ergänzung zu Entspannung und Besinnung. Sie können ihr Selbstbild in Bezug auf Naturwissenschaften verbessern sowie rollenspezifische Muster in Hinblick auf Naturwissenschaften abbauen.

Spirituelle Angebote

Dazu gehören regelmäßige Gottesdienste, Beichtmöglichkeiten, Bußgottesdienste, Morgenbesinnung und Morgengebet in den einzelnen Klassen.

Förderung der Klassengemeinschaft

Damit Schülerinnen die Schule als positiven Lebensraum empfinden und sich gut aufgehoben fühlen, ist es wichtig, dass sie sich in ihrer Klasse wohl fühlen. Folgende Angebote haben unter anderem die Förderung der Klassengemeinschaft zum Ziel:

  • wöchentliche Klassleiterstunden (30 Minuten) in allen Jahrgangsstufen
  • Schullandheimaufenthalt der 5. Klassen
  • Klassengemeinschaftstage in den 7. Klassen
  • Orientierungstage der 9. Klassen in Benediktbeuern

Tutorinnenprogramm

Schülerinnen der neunten Klassen begleiten und betreuen ein Schuljahr lang die Neuankömmlinge der fünften Klassen. Das bedeutet, sie verbringen zwei Mal pro Woche die große Pause in der ihnen zugeteilten Klasse und bieten vier bis fünf Mal im Schuljahr Freizeitaktivitäten am Nachmittag an.

Deshalb sind sie vertrauensvolle Ansprechpartner auf Schülerebene. Die Tutorinnen selbst werden von einer Lehrkraft betreut und in Kommunikation und Wahrnehmung geschult

Aufklärung und Sensibilisierung durch Fachkräfte

Dazu gehören kleinere Projekte, die als Unterrichtseinheiten in den Fachunterricht eingebunden werden können, z.B. Information durch und Gespräch mit einer Frauenärztin, Präventionsprojekte der Polizeidirektion Landshut, der Schwangerenberatungsstelle der Caritas Landshut, der Fachberatungsstelle Lis.