Forderung nach Smartphone-Führerschein beim Jubiläumsfinale

Unsere Schule gehörte im Jahr 2004 zu den allerersten Schulen in Deutschland, die sich am Bundeswettbewerb "Jugend debattiert" beteiligt hatten. Mit der fünfzehnten Auflage des Schulfinales von "Jugend debattiert" konnte deshalb ein kleines Jubiläum gefeiert werden, das von den Musiklehrern Helga Hartl und Dr. Rainer Hauke und ihren Schülerinnen auch musikalisch festlich umrahmt wurde. Siegerin wurde in diesem Jahr Natalie Scherbaum, die sich in ihrer Eröffnungsrede vor allem vor dem Hintergrund von Cybermobbing für die Einführung eines Smartphone-Führerscheins für Minderjährige aussprach. Emmy Aschenbrenner auf der Gegenseite stellte die rhetorische Frage nach dem Sinn eines solchen Führerscheins, schließlich werde man ihrer Erfahrung nach im Unterrichtsfach Informationstechnologie profund über Bildrechte, Datenschutz und auch Cybermobbing aufgeklärt. Luise Arndt verwies als weitere Rednerin auf der Pro-Seite des Smartphone-Führerscheins darauf, dass nicht zuletzt Terrororganisationen versuchten, über Social Media unsichere pubertierende Jugendliche zu ködern, viele ihrer Altersgenossinnen sich darüber aber kaum bewusst seien. Annika Runz betonte auf der Contra-Seite einerseits, dass die Verantwortung für den richtigen Umgang mit dem Smartphone bei den Eltern bleibe, warnte aber auch davor, die Benutzung des Gerätes in den Kontext von Polizeikontrollen und Bußgeldern zu stellen. Gerade in der sogenannten freien Aussprache entwickelte sich die Debatte zu einem packenden und ausgeglichenen Schlagabtausch, den das zahlreich erschienene Publikum konzentriert und gespannt mitverfolgte. Armin Hanisch, der Elternbeiratsvorsitzende, zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Finalistinnen und die Jury hatte es nicht leicht, eine abschließende Reihenfolge der Debattantinnen zu ermitteln. Mitglieder der Jury waren mit Jasmin Beinlich und Clara Högner zwei ehemalige Schulsiegerinnen sowie Martin Bauch und Uli Theising. Angelika Wimbauer, eine ehemalige Deutschlehrerin bei den Ursulinen, wiederholte ihre langjährige Forderung, wonach das Debattieren eigentlich ein eigenes Unterrichtsfach sein müsse. Seit der letzten Bundestagswahl hätten diese Idee übrigens auch namhafte Politikwissenschaftler aufgegriffen, betonte Moderator Franz-Josef Scheidhammer und wünschte den beiden Erstplatzierten noch viel Erfolg beim Regionalentscheid von "Jugend debattiert", der am 21. Februar in Kürze am Gymnasium in Vilshofen stattfinden wird.