


(Sf) Es gibt Siege, die kommen leise mit Reifen, und es gibt Siege, die kommen laut mit Refrain. So war es gestern bei der Siegerehrung zum Stadtradeln 2026 in der Rathausgalerie Landshut. Die Ursulinen-Realschule hat die Schulwertung zum dritten Mal in Folge gewonnen. Oder wie es in der letzten Strophe des neuen Stadtradelsongs heißt: „Zum dritten Mal ganz oben auf, das Ursulinenteam nimmt die Fahrt auf.“
Mit 60.635 Kilometern und einer ordentlichen Menge eingespartem CO₂ verwies das Team der Ursulinen-Realschule das Hans-Leinberger-Gymnasium auf Platz zwei. Den dritten Platz belegte das Hans-Carossa-Gymnasium. Dass die Schule so weit vorn landete, lag an den 371 Radelnden im Team. „Ob klein, ob groß, ob jung, ob alt“ – so heißt es im Lied, und genau so bunt war die Equipe. Zwei Mitglieder stachen besonders hervor. Lukasz Schindzielorz, Vater einer Schülerin, legte 1.887 Kilometer zurück und fuhr damit die meisten Kilometer aller Radelnden in Landshut und wäre er auch nur einen Kilometer weniger gefahren, wäre er nicht auf dem ersten Platz gelandet - passend zur Liedzeile: „Ein jeder Kilometer zählt“. Albert Mederer, ehemaliger Konrektor der Schule, kam auf 1.602 Kilometer und landete damit auf dem Bronze-Platz der Einzelwertung.
Begrüßt wurden die Gäste von Stadträtin Hedwig Borgmann, die den verhinderten Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger vertrat. Die Siegprämie unserer Schule in der Höhe von 300 Euro nahmen Schulleiterin Dunja Müller und Schulsprecherin Marie Richter entgegen. Moderator Bernhard Fleischmann führte wie immer schlagfertig und launig durch die Veranstaltung und wollte wissen, was mit dem Geld geschehen solle. Die Antwort fiel eindeutig aus: Die Schule baue, so Müller, eine eigene kleine Reparaturwerkstätte auf. Wer so viele Kilometer fahre, brauche schließlich einen Ort, an dem Reifen geflickt, Ketten geölt und Luft nachgepumpt werden könnten.
Eine Besonderheit machte den Abend zusätzlich unvergesslich: Der Stadtradelsong von Dagmar Kratzer erlebte seine Premiere. Ein kleiner Chor aus vielen Kolleginnen und einigen Schülerinnen - darunter die 727 Kilometer bzw. 639 Kilometer radelnden Laura Henker und Jessica Olesch - brachte ihn auf die Bühne. „Jeder ist sofort dabei“, heißt es im Text, und genau das ließ sich im Saal beobachten, als der Funke beim Refrain so richtig aufs Publikum übersprang. Die Melodie hat sich Dagmar Kratzer übrigens im Kopf ausgedacht, und zwar auf dem Weg von der Schule zur Grieserwiese. Dass es überhaupt ein neues Lied gibt, hat eine Vorgeschichte, die zeigt, was passieren kann, wenn man den Mund zu voll nimmt. Bei der Siegerehrung im vergangenen Jahr beschwerte sich Moderator „Fleischi“, dass beim Klassiker „Ja, mir san mim Radl do“ so wenige Schüler mitsangen. Jos Scheidhammer meinte daraufhin, man könne ja auch einmal ein anderes Fahrradlied singen. Fleischmann konterte: „Dann bringt doch nächstes Jahr ein anderes Lied mit!“ Und der Teamkapitän antwortete ein wenig zu forsch: „Ja, klar, wenn wir wieder gewinnen …“ Dann gewann das Team tatsächlich, und es gab noch kein Lied. Zum Glück halfen Dagmar Kratzer und einige Kolleginnen und Schülerinnen dem Teamkapitän aus der Patsche. Sie trafen sich im Musiksaal, probten und brachten das Lied pünktlich zur Siegerehrung auf die Bühne. Dafür ein herzliches Dankeschön, danke aber auch an alle radelnden Schülerinnen, Eltern, Lehrkräfte und Ehemalige, die mitgetreten haben. Beim nächsten Stadtradeln im kommenden Sommer heißt es dann wieder: "Das Ursulinenteam nimmt die Fahrt auf!"

