Ich muss schon zugeben: Es überrascht mich immer wieder, dass Menschen noch heute von mir erzählen. Mein Name ist Martin, und ja – ich bin schon vor vielen Jahrhunderten gestorben. Aber gestern durfte ich sozusagen „live“ dabei sein, wie die Klassen 5a und 5c im Religionsunterricht von Michaela Braun meine Geschichte behandelt haben.
Die Schülerinnen haben aufmerksam zugehört, als von meinem Leben berichtet wurde: von meinem Dienst im römischen Heer, von dem Bettler im eisigen Winter und davon, wie ich meinen Mantel teilte. Dieses Stück Stoff, das Wärme schenkte, ist es, das bis heute nicht vergessen wird.
Doch es blieb nicht nur beim Zuhören. Die Kinder haben Martinslieder gesungen. Ich habe mich gefreut, ihre Stimmen zu hören – denn jedes Lied ist wie ein kleines Echo meiner Botschaft. Außerdem haben sie Lichtertüten gebastelt. Bunte, leuchtende Zeichen, die daran erinnern sollen: Ein kleines Licht kann die Dunkelheit heller machen. So wie damals mein halber Mantel einem frierenden Menschen Hoffnung gab.
Und so verlasse ich die Klassen 5a und 5c mit einem Lächeln. Denn sie haben verstanden, was mir am Herzen liegt: Die Welt verändert sich durch kleine Taten und Symbole.





